Höhenfestpunkte (HFP)

Aufgabe

Die Höhenfestpunkte bilden in ihrer Gesamtheit das Höhenfestpunktfeld. Das Höhenfestpunktfeld beschreibt in diesem einheitlichen Niveau die amtliche Höhe der Höhenfestpunkte. Die Aufgabe des Höhenfestpunktfeldes besteht darin, allen Anwendern und Nutzern in der Bundesrepublik Deutschland Anschlussmöglichkeiten für ihre sämtlichen Höhenmessungen in einem einheitlichen (amtlichen) Niveau vorzuhalten. Im Zuge der Realisierung moderner, geodätischer Bezugssysteme werden für die Festpunkte hochgenaue dreidimensionale geozentrische Koordinaten (= Positionskoordinaten) erzeugt. Stabile Einzelpunkte des Höhenfestpunktfeldes sind dabei miteinbezogen.

Abbildung: Höhensystem und Höhenbezugsfläche

Angabe der Höhenfestpunkte

Die Höhenangaben der Höhenfestpunkte stellen den in Millimetern angegebenen lotrechten Abstand zu einer Bezugsfläche dar. Eine Höhenbezugsfläche kann man sich als einen unter dem Festland fortgesetzt gedachten mittleren Meeresspiegel vorstellen (vgl. Schwerefestpunktfeld). Sie ist in der Praxis mit der Wahl des Höhensystems festgelegt, z.B. im Normalhöhensystem durch das Quasigeoid.
Da sich Höhenfestpunkte in besonderem Maße durch die Bewegungen der Erdoberfläche verändern und durch Baumaßnahmen gefährdet sind, werden sie laufend und systematisch durch Messungen erneuert. Durch die hohe Messgenauigkeit lassen sich nach Wiederholungsmessungen auch Senkungen und Hebungen der Erdoberfläche ermitteln.

Vermarkung der Höhenfestpunkte

In der Örtlichkeit besteht die Vermarkung der Höhenfestpunkte (NivP) in der Regel aus Metallbolzen, die an Außenwänden stabiler Bauwerke oder am Fels dauerhaft und immer frei zugänglich angebracht sind. Daneben sind zahlreiche weitere Abmarkungen möglich, wie z.B. Tellerbolzen auf horizontalen Flächen, Höhentafeln, Metallbolzen an oder auf Granitpfeilern oder Schraubbolzen an Gittermasten.

Abbildung: Vermarkung eines NivP durch Bolzen

 

Abbildung: Nivellierlatte auf Höhenbolzen

Messverfahren für Höhenfestpunkte

Die Einrichtung und Pflege eines globalen Höhenfestpunktfeldes erfolgt durch das Verfahren "geometrisches Nivellement" (Präzisionsnivellement), da eine gleichermaßen gute Nachbarschaftsgenauigkeit an jedem Ort des Höhenfestpunktfeldes gesichert sein muss. Mit dem Verfahren "geometrisches Nivellement" werden Höhen millimetergenau bestimmt. Dabei realisiert ein Nivellierinstrument eine exakte horizontale Ziellinie, die eine Ermittlung des Höhenunterschiedes zwischen zwei senkrechten Nivellierlatten ermöglicht. Durch aneinander gereihtes Messen wird die Ausgangshöhe zu einem beliebigen Zielpunkt übertragen. Das Höhenfestpunktfeld wird durch in sich geschlossene Nivellementlinien (Schleifen) bis zu einem Umfang von 200 km und mehr aufgebaut. Dabei erfassen die aneinander angeschlossenen Schleifen das ganze Landesgebiet. Das Verfahren "geometrisches Nivellement" wurde mit der Entwicklung des sogenannten Digitalnivelliers automatisiert. Die damit erreichbaren Genauigkeiten liegen bei < 0,4 mm/km Doppelnivellement.

Nivellement-Feldanweisung 2006–2011 (PDF, 1.070 KB)

Abbildung: Ablaufschema eines geometrischen Nivellements

DHHN-Erneuerung 2006-2012
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