Das heutige amtliche Höhenbezugssystem, das Deutsche Haupthöhennetz 1992 (DHHN92), basiert mit seinen Gebrauchshöhen über Normalhöhennull (NHN) auf Nivellementmessungen, die über drei Jahrzehnte alt sind. Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) hat daher im April 2005 die Erneuerung des DHHN beschlossen.
Das bestehende Deutsche Haupthöhennetz 1.Ordnung wird in einem reduzierten Umfang (etwa 80 % des Liniennetzes) unter Einsatz des digitalen Präzisionsnivellements und Beibehaltung der bisherigen Genauigkeitsanforderungen in den Jahren 2006 bis 2011 erneuert.
Erstmals werden neben modernen Präzisionsnivellements epochengleiche Messungen mit globalen Navigationssatellitensystemen (GNSS) und Absolutschweremessungen auf ausgewählten Repräsentativpunkten durchgeführt. Mit dem Gesamtprojekt zur Erneuerung des DHHN sollen folgende Ziele erreicht werden:
GNSS-Netzmessungen
Das bundesweite GNSS-Netz umfasst 250 gleichmäßig über ganz Deutschland verteilte Punkte. Sämtliche GNSS-Punkte sind besonderes stabil für drei Dimensionen (3D) vermarkt und befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Nivellementlinien 1. Ordnung.
Primäres Ziel der GNSS-Kampagne ist die Bestimmung von hochgenauen ellipsoidischen Höhen mit moderner, dem Stand der Technik entsprechender GNSS-Technologie (GPS und GLONASS). Durch nivellitischen Anschluss an das DHHN erhalten sämtliche GNSS-Punkte zusätzlich (auf das Geoid bezogene) physikalische Höhen (Landeshöhen). Die GNSS-Messkampagne wurde vom 26. Mai bis 03. Juli 2008 bundesweit durchgeführt.
Angewendet wurde das Verfahren der simultanen Langzeitmessung im Netzverbund (immer 34 Trupps gleichzeitig; Beobachtungsdauer 24 Stunden pro Punkt; jeder Punkt wird zwei- bzw. dreifach bestimmt). Dadurch wird eine Genauigkeit von 5 mm in der Höhe und von 2 mm in der Lage angestrebt.
Stationsaufbau und Höhenkontrolle an einem GNSS-Punkt
Gravimetrische Messungen im DHHN
Neben den Präzisionsnivellements und den GNSS-Netzmessungen sollen auf 100 bundesweit verteilten GNSS-Punkten Absolutschweremessungen ausgeführt werden. Die restlichen GNSS-Punkte werden durch die Landesvermessungsbehörden mit Verfahren der Relativgravimetrie bestimmt.
Absolutgravimeter A10 im Feldeinsatz
Die Durchführung und Auswertung der Absolutschweremessungen erfolgt durch das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG). Punkte, auf denen eine Verknüpfung der Messverfahren GNSS, Präzisionsnivellement und Schwerebestimmung mit höchster Genauigkeit durchgeführt werden, stellen im Sinne der Richtlinien für den einheitlichen Raumbezug des amtlichen Vermessungswesens in der Bundesrepublik Deutschland Geodätische Grundnetzpunkte (GGP) dar und können für die Landesvermessung als Langzeitreferenz sowie zur Überwachung von Umwelteinflüssen verwendet werden.
Die epochengleiche Bestimmung der Normalhöhen, der ellipsoidischen Höhen und der Schwere an den Stationen wird den einheitlichen Raumbezug gewährleisten, der für zukünftige Quasigeoidmodelle notwendig ist.
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Dokumente zum Downlaod | ||||
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08.05.2008 |
AdV Pressemitteilung DHHN |
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04.07.2008 |
Abschluss der GNSS-Kampagne 2008 |
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