Deutsches Hauptschwerenetz 1996 (DHSN96)

Aufgabe

Die Aufgabe des Deutschen Hauptschwerenetzes besteht darin, Niveau und Maßstab für die Schweremessung über große Gebiete hin vorzugeben und zu sichern. Schwerewerte werden für die Schaffung moderner Höhensysteme, zur Geoidbestimmung, für Aufgaben der Geophysik (Lagerstättenforschung) u. a. m. benötigt.

Entstehung

Ausgehend vom Deutschen Schweregrundnetz 1976 (DSGN76) war in den Jahren 1978 bis 1985 von den Landesvermessungsämtern der alten Länder der Bundesrepublik Deutschland jeweils ein Schwerenetz 1. Ordnung eingerichtet worden. Das DSGN76 bildete mit 21 Punkten zusammen mit sämtlichen Schwerenetzen 1.Ordnung der Bundesländer das Deutsche Hauptschwerenetz 1982 (DHSN82). Als weitere Verdichtungsstufen entstanden in den Ländern die Schwerenetze 2. und 3. Ordnung.

Die Deutsche Geodätische Kommission (DGK) hat nach der deutschen Wiedervereinigung die Erweiterung des Deutschen Schweregrundnetzes 1976 auf die neuen Bundesländer und dessen Neuvermessung beschlossen. Dem BKG wurde die Durchführung und Auswertung der Messungen übertragen.
Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) führte auf den Hauptpunkten der 30 Punktgruppen des Schweregrundnetzes Beobachtungen mit dem Absolutgravimeter FG5-101 aus. An die Absolutpunkte des DSGN94 schlossen 1996/ 1997 die Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre neugemessenen Landesnetze an, so dass ein neues Deutsches Hauptschwerenetz 1996 (DHSN96) (Teil "Neue Bundesländer") mit 91 Neupunkten und 23 Festpunkten des DHSN82 entlang der Landesgrenzen gebildet werden konnte.
Bei der Ausgleichung der Messungen des DHSN82 im Niveau DSGN94 für den Teil "Alte Bundesländer" ergab sich eine mittlere Niveauverschiebung von -0,197 ± 0,003 µm·s-2 zum DHSN82 (Niveau DSGN76). Diese Niveauverschiebung ist dem DSGN76 anzulasten. Deshalb legte die AdV in der 105. Plenumstagung 1999 in Berlin fest, dass die Niveauverschiebung des DHSN96 (Schwerestatus 130) in den alten Bundesländern einheitlich durch Subtraktion von 0,19 µm·s-2 von den Schwerewerten des DHSN82 (Schwerestatus 100) zu beheben ist.
Das Bezugsniveau und der Maßstab für das DHSN 96 ist durch absolute Messungen der Schwerebeschleunigung auf den Punkten des DSGN 94 festgelegt.
Das quadratische Mittel der Standardabweichungen der ausgeglichenen Schwerewerte beträgt ± 0,05 µm·s-2.

Deutsches Hauptschwerenetz 1996

Veröffentlichungen

AdV, 1989:
Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland -Arbeitskreis Präzisionsnivellement: Das Hauptschwerenetz der Bundesrepublik Deutschland 1982 (DHSN 82); München. .

Torge, Falk, Franke, Reinhart, Richter, Sommer, Wilmes, 1999.
Das Deutsche Schweregrundnetz 1994 (DSGN94) Band I; DGK, Reihe B, Angewandte Geodäsie, Heft Nr. 309; München .

Boedecker, Richter; 1984
Das Schweregrundnetz 1976 der Bundesrepublik Deutschland (DSGN76), Teil II, Netzentwurf, instrumentelle Vorarbeiten und Datenaufbereitung. DGK, Reihe B, Angewandte Geodäsie, Heft Nr. 281; München .

Boedecker, Richter; 1984
Das Schweregrundnetz 1976 der Bundesrepublik Deutschland (DSGN76), Teil III, Daten und Ausgleichung. DGK, Reihe B, Angewandte Geodäsie, Heft Nr. 286; München .

Lelgemann, Ehlert, Hauck; 1981
Eine astro-gravimetrische Berechnung des Quasigeoides für die Bundesrepublik Deutschland. Veröffentlichung der DGK, Reihe A; Nr. 92 .

Richter, Wilmes, Franke, Falk, Reinhart, Torge; 1989.
Das Deutsche Schweregrundnetz 1994 (DSGN94); ZfV 123: 363-370.

Weber 1998
Die Schweremessungen der Landesvermessung in Deutschland; ZfV 123: 370-378.

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