DHHN2016

Das ist die Höhe: 

Neue Koordinaten für den amtlichen Raumbezug

Am 21. September 2016 hat das Plenum der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungs- verwaltungen der Länder (AdV) beschlossen, eine neue Realisierung des   amtlichen geodätischen Raumbezugs einzuführen, den – integrierten - Raumbezug 2016.

Mit dem integrierten Raumbezug 2016 stellen die Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland einheitliche und hochgenaue Koordinaten für Lage und Höhe sowie Schwerewerte bereit. Diese Daten basieren auf einer Neuvermessung Deutschlands, die im Zeitraum 2006-2012 durchgeführt worden ist.

Bei der Auswertung dieser Messungen wurden die bewährten theoretischen Grundlagen und Datumsfestlegungen nicht in Frage gestellt. Die neuen Koordinaten, Höhen- und Schwerewerte sind Resultat verfeinerter Mess- und Auswertetechniken. Besonderes Augenmerk wurde auf die Integration der bisher getrennt betrachteten Lage-, Höhen- und Schwerefestpunktfelder gelegt.

Das Nivellementnetz 1. Ordnung wurde bundesweit komplett neu vermessen. Es bildet die Grundlage für das Deutsche Haupthöhennetz 2016 (DHHN2016) und löst die 40 Jahre alten Vermessungsdaten des DHHN92 ab.

Die Höhen im DHHN2016 weisen gegenüber den Höhen im DHHN92 großräumige Unter­schiede von +/- 3 Zentimetern auf, in Bodenbewegungsgebieten können auch größere Differen­zen auftreten. Die neuen Höhen der Festpunkte werden in allen Landesvermessungsbehörden bis zum 30. Juni 2017 als amtliche Höhen eingeführt. Die Bezeichnung der Höhen lautet "Höhen über Normalhöhen-Null (NHN) im DHHN2016"

Zur besseren Verknüpfung des geometrischen und physikalischen Raumbezugs wurden im Zuge der Erneuerung des DHHN hochgenaue satellitengeodätische Messungen durchgeführt.

Sie führen zu einer neuen Realisierung des Europäischen Terrestrischen Referenzsystems in Deutschland, dem deutschen Referenznetz (ETRS89/DREF91), die am 1. Dezember 2016 eingeführt wird.

Das ETRS89/DREF91, Realisierung 2016 weist eine höhere innere Genauigkeit auf und unter­scheidet sich in der Lage nur geringfügig von den bisherigen Werten. Beim Einsatz z.B. im Liegenschaftskataster führt es zu keinen nennenswerten Änderungen der gemessenen Koordi­naten. Die konsistenteren ellipsoidischen Höhen sind eine Grundlage für die Steigerung der Ge­nauigkeit der satellitengestützten Bestimmung physikalischer Höhen.

Das Schwerefestpunktfeld wurde im Messungszeitraum durch Absolutschweremessungen er­gänzt und validiert. Diese erweiterte Schweredatenbasis bildet das Deutsche Hauptschwerenetz 2016 (DHSN2016) und ersetzt das DHSN96 bei gleichbleibendem Schwereniveau. Im Land- und Meeresbereich wurden zur Schließung von Datenlücken flächenhafte Relativschweremes­sungen integriert.

Als Ergebnis dieser Arbeiten liegt eine erheblich verbesserte Datengrundlage für die Modellie­rung der Höhenbezugsfläche in Deutschland vor, als Ausgangspunkt für die Berechnung einer verbesserten Version des  German Combined QuasiGeoid (GCG). Das GCG2016 ist kon­sistent zum DHHN2016, dem DHSN2016 und dem ETRS89/DREF91 Realisierung 2016 und löst das bisherige GCG2011 ab. Es ermöglicht die Ableitung physikalischer Höhen aus GNSS-Messungen mit einer Genauigkeit von einem Zentimeter im Flachland, zwei Zentimetern in Ge­birgsregionen und fünf Zentimetern im Meeresbereich.

Zur Vereinfachung der Umstellung vom DHHN92 zum DHHN2016 wurde das Transformations­modell HOETRA2016 abgeleitet und im Internet als Web-Applikation unter www.hoetra2016.nrw.de bereitgestellt. Das Modell berücksichtigt keine zeitlichen Höhenänderun­gen in Bodenbewegungsgebieten und kann eine strenge Neuberechnung oder Neumessung bei höchsten Genauigkeitsanforderungen nicht ersetzen. Es bietet aber Nutzern eine schnelle, unkomplizierte Möglichkeit zur Umrechnung ihrer Datenbestände.

Mit der Einführung des integrierten Raumbezug 2016 wird die Zusammenführung der Komponenten des geodätischen Raum­bezugs Realität. Die Vermessungsverwaltungen sehen sich damit für die wachsenden Anforde­rungen an einen modernen Raumbezug gut gerüstet. Er ist Grundlage für das Monitoring von Bewegungen der Erdoberfläche, der Auswirkungen des Klimawandels und eine praxisgerechte Georeferenzierung jeglicher raumbezogener Daten. Für Anwender des geodätischen Raum­bezugs ergeben sich weitere Möglichkeiten, Vermessungen rationell und genau unter An­wendung der GNSS-Messverfahren durchzuführen.

Informationen aus erster Hand geben Fachexperten der Projektgruppe „Erneuerung des DHHN“ vom 11.-13. Oktober 2016 auf der INTERGEO in Hamburg auf dem Stand der AdV, Halle A2, Stand C2.071.

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Faltblatt - Raumbezug 2016

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Pressemitteilung AdV 25.10.2016 80 KB 

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Landentwicklung Baden-Württemberg

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BY

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und Vermessung Bayern

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Tel.: +49 89 2129-1921

BE

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
und Umwelt Berlin

Abteilung III – Geoinformation –

Fabian Bock

Tel.: +49 30 90139-5380

BB

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Geobasisinformation Brandenburg

Gunthard Reinkensmeier

Tel.: +49 331 8844-509

HB

GeoInformation Bremen

Landesamt für Kataster – Vermessung –
Immobilienbewertung – Informationssysteme

Sarah Tesmer

Tel.: +49 421 361-5431

HH

Landesbetrieb Geoinformation und
Vermessung Hamburg

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Tel.: +49 40 42826-5645

HE

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Bodenmanagement und Geoinformation

Bernhard Heckmann

Tel.: +49 611 535 5345

MV

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Katasterwesen Mecklenburg-Vorpommern

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Tel.: +49 385 588 56-312

NI

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Landesvermessung Niedersachsen (LGLN)

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NW

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RP

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SL

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SN

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ST

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SH

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TH

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