Geodätische Grundlagen

Aufgabe

Geometrische Raumbezugsdaten (3-D-Position, Lage und Höhe) und physikalische Schwerewerte müssen in einheitlichen, geodätischen Bezugssystemen, den sogenannten Koordinatenreferenzsystemen dargestellt werden. Nach der Norm ISO 19111 (Spatial Referencing by Coordinates) besteht ein Koordinatenreferenzsystem (CRS = coordinate reference system) aus zwei Komponenten, dem "Datum" und dem "Koordinatensystem".

Das Datum, oft auch als Bezugssystem bezeichnet, ist der physikalische Teil eines CRS, das per Definition des Nullpunkts, der Orientierung der Koordinatenachsen und des Maßstabs den Bezug zur Erde festlegt. Ein Datum kann ein geodätisches Datum, ein vertikales Datum oder ein ingenieurtechnisches bzw. lokales Datum sein. Beispiele für ein geodätisches Datum sind das Deutsche Hauptdreiecksnetz (DHDN), auch "Potsdam-Datum" genannt, oder das Europäische Terrestrische Referenzsystem 1989 (ETRS89).
Das Koordinatensystem ist der mathematische Teil eines CRS der durch Regeln festgelegt, wie einer Geometrie, z. B. einem Festpunkt, Koordinaten zugewiesen werden. Die Koordinaten einer Geometrie können z. B. als kartesische Koordinaten (X, Y, Z), ellipsoidische Koordinaten (Breite, Länge und ggf. ellipsoidische Höhe) oder projizierte Koordinaten (Gauß-Krüger-Abbildung, UTM-Abbildung) angegeben werden.
Neben den CRS für 2-D-Lageangaben und 3-D-Positionsangaben sind für die Führung von Höhenangaben bzw. -koordinaten (z.B. NN-Höhen) eigene Koordinatenreferenzsysteme definiert. Für die Überführung von Koordinaten eines Datums bzw. Bezugssystems in ein anderes Datum sind Transformationen erforderlich.
©2017 Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland  -  Letzte Änderung: 09.04.2014