Geodätische Grundnetzpunkte (GGP)

Aufgabe

 Die geodätischen Grundnetzpunkte dienen der physischen Realisierung und Sicherung des Raumbezugssystems und bilden die Grundlage für die Lagerung der Koordinaten der SAPOS® -Referenzstationen.

Eigenschaften

Die geodätischen Grundnetzpunkte weisen folgende Eigenschaften auf:
- maximaler Punktabstand 30 km,
- eindeutiger Lage- und Höhenbezug der Vermarkung (3D-Vermarkung),
- mindestens 2 Punkt-Sicherung (3D-Vermarkung),
- satellitengeodätisch bestimmte Position im ETRS89,
- mittels Präzisionsnivellement bestimmte physikalische Höhe im System NHN,
- im System DSGN94 bestimmte Schwerebeschleunigung.

Abbildung: Übersicht der GGP in Baden-Württemberg

Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Geodätischen Grundnetzpunkte

Zur Erzielung einer entsprechenden Genauigkeit und Zuverlässigkeit müssen die folgenden Kriterien erfüllt werden:

  • Die Positionen der geodätischen Grundnetzpunkte sind grundsätzlich mit satellitengeodätischen Verfahren zu bestimmen, die sicherstellen, dass die Anforderungen an die geforderte Genauigkeit und Zuverlässigkeit eingehalten werden.
  • Die geodätischen Grundnetzpunkte sind im Verbund mit den umliegenden Referenzstationspunkten in zwei unabhängigen Sessionen bestimmt.
  • Die Standardabweichung der Lage soll 5 mm (1 Sigma) nicht überschreiten. Die Standardabweichung der ellipsoidischen Höhe soll 8 mm (1 Sigma) nicht überschreiten. Mit GPS werden die Standardabweichungen in der Regel eingehalten, wenn die Beobachtungszeiten 2 x 12 Stunden (24 Stunden) betragen.
  • Die physikalischen Höhen der geodätischen Grundnetzpunkte werden in der Regel durch geometrisches Nivellement bestimmt. Die Höhenbestimmung ist so anzulegen, dass die folgenden Genauigkeits- und Zuverlässigkeitsanforderungen erfüllt werden:
  • Der zulässige Streckenwiderspruch ZS für den Betrag der Summe der korrigierten Höhenunterschiede aus Hin- und Rückmessung einer Nivellementstrecke beträgt (mit Zs in mm und Streckenlänge S in km): 0,5xS ± 2,5 x √S
  • Die zulässige Abweichung ZH bei Überschlagnivellements beträgt für einen korrigierten und reduzierten Höhenunterschied von dem entsprechenden Höhenunterschied des nachgewiesenen Wertes (mit ZH in mm und S in km): ± (2,0 + 3 x √S). Wird die zulässige Abweichung ZH überschritten, sind die Messungen so weit auszudehnen, bis ZH bei mindestens zwei Nivellementstrecken eingehalten wird.
  • Die Schwerewerte der geodätischen Grundnetzpunkte werden durch absolute Schweremessungen oder durch Messungen von Schwereunterschieden bestimmt.
  • Unabhängige Bestimmungen desselben Schwereunterschiedes zwischen benachbarten Punkten dürfen nach Berücksichtigung der Korrektionen nicht mehr als 30 x 10-8 ms-2 voneinander abweichen.
  • Die mittlere Standardabweichung darf 12 x 10-8 m s-2 nicht überschreiten.
  • Die Koordinaten, die physikalische Höhe oder der Schwerewert der geodätischen Grundnetzpunkte sind zu ändern, wenn der Änderungsbetrag die folgenden Werte überschreitet:
        - bei der Position (Raumvektor): 15 mm,
        - bei der physikalischen Höhe: 5mm,
        - bei dem Schwerewert: 60 x 10-8 ms-2.

Abbildung: Vermarkung eines GGP im Schacht

Abbildung: Vermarkung eines GGP im Schacht

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